Themenwoche Flucht im Gasteig

In der kleinen Gasse, auf dem Weg von der S-Bahn zur Stadtbücherei verbirgt sich ein kleiner, aber feiner Raum – das PIXEL. Zugehörig zum Gasteig dreht sich alles rund um die drei Schlagwörter Medien, Kultur und Partizipation. Genau das macht diesen Ort perfekt für das Praxisprojekt Themenwoche Flucht von Studierenden der Sozialen Arbeit der Hochschule München. Im Zuge des Praxisseminars Medienpädagogik haben rund 20 Studierende unter der Leitung von Prof. Dr. Beranek und in Zusammenarbeit mit dem Medienzentrum des JFF (Jugend Film Fernsehen e.V.) die Themenwoche geplant, erarbeitet und durchgeführt.

Vom 17. bis 25. Juni 2019 fanden drei ganz unterschiedliche und gleichwohl sorgfältig ausgefeilte Veranstaltungen statt, die das Thema Flucht medienpädagogisch aufarbeiteten. Ganz nach dem Motto des PIXEL konnte hier mitgemacht, ausprobiert und der Horizont hinsichtlich des Themas Flucht und seiner Auswirkungen erweitert werden. Lydia und Kristin waren für euch dabei und haben an zwei der insgesamt drei unterschiedlichen Veranstaltungen das Thema Flucht gänzlich neu erfahren.

In der ersten Runde wurden wir mit den gängigen Vorurteilen, die viele Menschen gegenüber Geflüchteten haben, konfrontiert und konnten uns mit eben diesen auseinandersetzen. Dafür organisierten die Studierenden den Stammtisch der Vorurteile vom 17. – 19. Juni, den Lydia besuchte.

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Der Pixel-Raum ist gemütlich bayerisch eingerichtet, es gibt die die typischen Wirtshaus-Zwischenrufe aus dem Lautsprecher. Zum Aufräumen der Vorurteile wird ein Quiz, bei dem mehrere Spieler gegeneinander antreten und so manch ungewöhnlichen Fragen begegnen können.

 

‚Können alle Afrikaner gut trommeln?‘ oder ‚Hat jeder Flüchtling ein Smartphone?‘ lockern die Ernsthaftigkeit des Themas auf und sind leicht zu beantworten. Das gibt mir schon mal ein gutes Gefühl. Bei so mancher Frage muss ich dann doch zugeben, dass ich auch nicht alles über die aktuelle Situation und das Vorgehen der  zuständigen Behörden weiß.

Neben dem Quiz gab es noch eine VR-Brille auszuprobieren. Ich fand mich mitten in einem Flüchtlingscamp wieder. Wer die Erfahrungen der Geflüchteten so nah und informativ vermittelt bekommt, kann das vielleicht in Zukunft etwas besser verstehen: warum Menschen das Risiko eingehen, das Mittelmeer auf einem Schlauchboot zu überqueren. Vor welchen Herausforderungen sie stehen, wenn sie den Trip überlebt haben und wie schwer sie es noch bei uns haben können.

Vom 20. bis 22. Juni haben die Studierenden eine Ausstellung zum Thema Medienflu(ch)t kuratiert, welche die Frage beantworten sollte, wie wir uns denn eigentlich fühlen würden, wenn wir auf der Flucht wären.

Den Abschluss dieser aufschlussreichen Projektwoche bildete der Escape Room – Flucht. Vom 23. bis 25. Juni wurde hier im Zuge eines spannenden Quests den Teilnehmern das Thema Flucht noch näher gebracht, denn nun war man mittendrin –  Kristin hat für euch daran teilgenommen.

 

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Stellt euch vor: Ihr seid gezwungen zu fliehen.

Ihr verlasst eure Heimat in Afrika und versucht, irgendwie nach Europa zu gelangen. Mit Hilfe von Schleusern soll es euch gelingen. Doch die Schleuser haben eure Pässe, sie helfen euch nur, wenn ihr ihnen mehr Geld bezahlt.

Ihr habt kein Geld.

Eure einzige Chance ist es, in das Büro der Schleuser einzudringen und die Pässe zurückzustehlen, während diese in ihrer einstündigen Mittagspause sind. Doch die Schleuser haben ihr gesamtes Büro mit Schlössern versehen, deren Codes ihr nur entschlüsseln könnt, indem ihr verschiedene Rätsel löst. Ihr habt eine Stunde, um den Schlüssel zu einem besseren Leben in Händen zu halten. Los.

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In liebevoller Detailpanung wurden hier zahlreiche Rätsel und Hürden aufgebaut, die mich und meine Teampartnerin sehr gefordert haben. Damit auch alles funktionierte, hat das fünfköpfige Escape Room Team den Raum bereits uniintern testen lassen – und ich muss sagen, alles lief wie am Schnürchen.

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Hochkonzentriert, mit viel Eifer und einer Menge Spaß haben wir uns durch den Raum gerätselt. Schloss für Schloss kamen wir unserem Ziel näher. Da ging es auch schonmal mit uns durch und wir haben fälschlicherweise Ringe und Dreiecke auf Wanddekorationen gezählt – und dies leider sogar sehr lange.

Nach 40 Minuten hatten wir endlich unsere Pässe in der Hand, stolz wie Bolle, die Rätsel gelöst zu haben und erstaunt wieviel man über das Thema Flucht auch im Spiel lernen kann.

Vielen Dank für diese interessanten und lehrreichen Einblicke in dieser sehr toll organisierten Themenwoche!